Was ist los, Deutschland?

Freies WLAN?

Ein Flughafen in Deutschland, ich will mich in ein offenes WLAN einloggen. Das sollte doch inzwischen auf öffentlichen Plätzen Standard sein. Dachte ich. Ich finde diverse Netze, aber keines ist frei. Man muss Kunde von Vodafone, T-Online, O2 oder ähnlich sein, damit man über seine eigenen Zugangsdaten ins Netz kann. Free WiFi? Fehlanzeige.

Landung in Ägypten. Verwundert sehe ich ein offenes WLAN auf dem Smartphone. Hinweise im Flughafen weisen auch noch darauf hin. Logisch, dass man jetzt nicht unbedingt darüber sein Online-Banking starten sollte (mache ich in Deutschland aber auch nicht über öffentliche Netze), aber den Lieben daheim eine Mitteilung über die erfolgreiche Ankunft zukommen zu lassen, dafür ist es ideal. Warum geht das nicht auch in Deutschland? Angeblich sind wir ein technologisches Land. Aber dennoch stehen wir technologisch viel schlechter da, als manch‘ andere Länder.

Schnelles Internet?

Zu Hause bei mir liegt in der Straße ein Lichtleiterkabel. Verlegt von den Stadtwerken, die natürlich darüber auch ihre Highspeed-Zugänge verkaufen wollen. Ich selbst möchte gerne bei der Telekom bleiben, im Gegensatz zu anderen, bin ich mit der Firma zufrieden. Auf die Anfrage, wann denn schnelles Netz auch bei uns verfügbar sein wird, gab es nur die Antwort, dass das derzeit nicht geplant sei. Auf den Hinweis, dass doch bereits ein Glasfaserkabel in der Straße liegt, sagte man mir, dass die Telekom nie Glasfaserkabel anderer Anbieter anmietet. Die würden also lieber die Straße nochmal aufreissen, um ihr eigenes Kabel zu verlegen?!? So kann man Kunden auch zur Konkurrenz treiben…

Fachhändler ohne Ware?

Anderes Beispiel: ich möchte mich über eine neue Profi-Kamera erkundigen. Also zum Nikon-Fachhändler vor Ort, um mir die neueste mal zeigen zu lassen. Der Händler wirbt mit bunten Fähnchen für Nikon. Canon findet man da fast gar nicht, lediglich einige Sucherkameras hat er. Natürlich denkt man jetzt, der muss mir ja helfen können, aber Fehlanzeige. „Nee, tut mir Leid, aber dies Kamera dürfen wir nicht verkaufen.“ – Wie bitte?!? Was hat der Nikon-Fachhändler gerade gesagt? Auf meine verwunderte Nachfrage erklärt mir der Händler, dass er, um dieses Modell verkaufen zu können dürfen, Premium-Händler sein muss. Dazu gehört, dass er mindestens zwei dieser Kameras vor Ort haben muss. Eine zum Zeigen, die andere zum Verkaufen. Und da die Nachfrage in dem kleinen Ort nach diesem Modell eher gering ist, will er sich das nicht antun.

Anderes Produkt, gleiches Problem. Eine Casio-Armbanduhr für den Outdoor-Einsatz beim Kitesurfen. Im Internet das entsprechende Modell gesucht und zum Händler vor Ort gegangen, um die Uhr anzuschauen und zu kaufen. Ich kaufe gerne vor Ort, weil ich dann einen Ansprechpartner habe. Das gefällt mir ab bestimmten Werten besser, als der Internetkauf. Im Schaufenster liegen diverse Casiouhren, aber nicht ‚mein‘ gesuchtes Modell. Auf Nachfrage gibt es wieder den Hinweis auf den „Premiumhändler“. Keine Chance vor Ort zu kaufen. Und dann beklagt sich der Einzelhandel, wenn die Kundschaft immer mehr ins Internet zieht.

Aber auch ein gutes Beispiel

Ein Buchhändler vor Ort bietet seine Waren auch online an. Da kann ich mir die gewünschten Bücher aussuchen, bestellen und ins Geschäft liefern lassen. Dort kann man das Buch anschauen und notfalls auch wieder zurück geben. Ich finde das besonders beim Kauf von Schulbüchern äusserst praktisch.