Machen Sie auch Hochzeiten?

Sagen Sie mal: Sie sind doch Fotograf… machen Sie auch Hochzeiten?

Ich meine, so auf dem Saal, vorher vielleicht ein paar Bilder in der Kirche, danach im Rosengarten der Kirche einige nette Fotos vom Brautpaar. Eventuell mit Familie. Nur mit den Trauzeugen, nur mit den Eltern usw. Und wo schon mal alle da sind: auch gleich ein ganzes Familienfoto? Sind so 120 Personen.

Und vorher kommen Sie zu uns nach Hause und fotografieren unsere Vorbereitungen – habe ich mal im Internet gesehen – die haben da so ein Buch in schwarzweiß gemacht, wo der Fotograf alles vom ganzen Tag fotografiert hat. Sowas wollen wir auch. Also, toll wäre eine komplette Dokumentation des ganzen Tages.

Und kennen Sie diese komischen Kisten, die man bei der Saalfeier irgendwo aufstellt, dass die Gäste sich selbst knipsen können und das Bild dann mitnehmen? Das wäre auch toll.

Ich muss aber gleich sagen, dass unser Budget sehr begrenzt ist. Wir heiraten ja und die Feier verschlingt schon ganz schön viel Geld. Aber sie dürfen gerne mit uns essen. Wir stellen Ihnen auch extra einen Tisch in den Schankraum. Sie können natürlich auch ihre Werbeprospekte auslegen und Visitenkarten verteilen. Da heiraten demnächst vielleicht noch ein paar Freunde. Und die Eltern haben nächstes Jahr Silberne Hochzeit…

„Ja, mache ich gerne. Ein Fotograf für die Zeit von Morgens 08:00 Uhr bis in den nächsten Tag ca. 01:00 Uhr. Das wären dann 17 Stunden, die ich für Sie arbeite. Ich habe einen Stundensatz von netto 120,- Euro – darin enthalten ist die komplette Bildbearbeitung. Das sind für Sie 2.427,60 Euro inkl. MwSt.

Dazu kommen dann noch die Fahrtkosten, die Miete für eine kleine Tribüne, um die Familie anständig zu positionieren und einen Helfer. Der Preis für ein Fotobuch und die Erstellung. Weiterhin die Miete für die Fotobox und Bediener, zuzüglich Material, wie Tinte, Fotopapier usw. Sie fragen sich gerade: „Warum ein Bediener?“...nun – ich bin ja auf der Feier eingesetzt und möchte da keine Gelegenheit verpassen – das ist ja auch in Ihrem Sinne. Sollte es bei der Box Probleme oder Fragen zur Bedienung geben, ist so der richtige Ansprechpartner direkt vor Ort. Der wechselt dann auch bei Bedarf die Tintenpatronen und legt neues Papier ein. Ausserdem wird ein Helfer bei den Hochzeitsfotos im Rosengarten und für die Gruppenaufnahmen benötigt. Der hilft mir beim Positionieren, vier Augen sehen mehr, als zwei. Bei so einer Menge Menschen ist das perfekte Foto so schneller erstellt. Und Sie wollen doch perfekte Fotos – sonst würden Sie ja keinen Profi beauftragen, oder?

Plan B bei schlechtem Wetter muss natürlich auch in Betracht gezogen werden. Aber das muss ich mir vorab vor Ort anschauen, wo man alternativ die Fotos machen könnte und welche Genehmigungen eingeholt werden müssen. Ebenso, ob für die Nutzung dann noch Gebühren fällig werden. Die Recherche wird natürlich auch extra berechnet.

Ich mache Ihnen gerne einen Kostenvoranschlag fertig, den ich mit 50,- € berechne. Dort sehen Sie dann verbindlich alle Kosten, die auf Sie zukommen. Die 50,- Euro werden bei Buchung aber selbstverständlich vom Gesamtpreis abgezogen. Grob überschlagen sollten Sie damit rechnen, dass da (unverbindlich) rund 2.500,- Euro zusammenkommen.

Aber wissen Sie was? Ich komme Ihnen etwas entgegen: Ich verzichte auf die Auslegung von Werbeprospekten und das Essen. Ist ja schliesslich Ihre Hochzeitsfeier, sowas macht man in der Regel ja nur einmal im Leben und da soll meine Arbeit – für die Sie mich ja bezahlen – nicht in eine Werbeveranstaltung ausufern. Sie sollen sich später beim Betrachten der Bilder an eine schöne Feier erinnern.

Wollen wir uns auf einen Komplettpreis von 5.000,- Euro einigen?“

„Wollen Sie mich verarschen?!?“

Wieso? SIE haben doch angefangen…

Adobe, ich könnte kotzen!

Adobe, ich könnte kotzen!

Ich habe bei Adobe das Abo der Fotografen-Version mit Photoshop und Lightroom abgeschlossen. Für die rund 10€ im Monat kann ich die Software nicht kaufen. Das klappte anfänglich auch sehr gut. Aber dann ging der Ärger irgendwann los.

Vor einem halben Jahr bekam ich auf meiner Win7 (64-Bit)-Kiste eine Fehlermeldung der Creative Cloud, dass das Programm einen Fehler hat und ich möge es neu installieren. Ich habe damals nach mehreren Versuchen mit vielen Tipps aus dem WWW aufgegeben. Der Errorcode 50 raubte mir so manche Stunde meines Lebens! Aber die Programme liefen und ich habe sowieso nicht jedes Update mitgemacht.

Jetzt aber möchte ich die Updates fahren, vor allem LR CC. Seit mehreren Tagen versuche ich nun, die Creative Cloud zu installieren. ALLE Versuche schlugen fehl. Selbst das komplette Löschen sämtlicher Adobe-Produkte, deaktivieren der Firewall / der AV-Software brachten keine Besserung.

Programm „als Admin“ ausgeführt – Errorcode 50
den Ordner OBCD gelöscht – Errorcode 50
Als echter Admin angemeldet – Errorcode 50
Das Deinstallationsprogrammm von Adobe gestartet – Errorcode 50
Alle – wirklich alle – Adobe-Programme gelöscht – Errorcode 50
Auf anraten des Chat-Supporters „Felix“ neuen User angelegt, mit Adminrechten – Errorcode 50

Das Netz ist voll mit Hinweisen auf diesen ominösen Errorcode, der aber nirgends dokumentiert ist. Ich weiss auch bis dato nicht, was dieser Code genau bedeutet, dann könnte man zumindest die Richtung herausfinden, in der man auf seinem Rechner nach der Ursache forschen kann. Dazu muss man auch wissen, dass die kleine Setup-Datei ja nur ein Uploader ist, der das eigentliche Programm irgendwo aus dem Netz saugt. Ich hatte diese Datei auch schon mal gefunden, sie liess sich aber nicht downloaden. „Felix“ erklärte mir, dass es keine Möglichkeit gäbe, diese Datei irgendwo zu laden. Es geht nur über den Uploader – warum auch immer… ganz toll, Adobe!

Heute nachmittag werde ich nochmal den Support bemühen. Gestern ging das nur bis 17:00  Uhr – danach übernahmen die englischen Kollegen – was für einen Service! Ich kann so etwas besser in Deutsch erklären – und verstehen. Daher hilft auch das Adobe-Forum nicht, denn dort geht alles nur englisch. Sehr kundenfreundlich, Adobe!

Übrigens: auf meinem Mac Book Pro lief die Installation ohne Probleme und Fehlermeldungen.

Update, 25.04.2015

Ich war kurz davor, den Rechner platt zu machen und neu aufzusetzen. Meine Vermutung ist, dass nach einem Microsoft-Update irgendwas verändert oder installiert wurde, das die korrekte Installation der Creative Cloud verhindert. Denn anfänglich lief das Programm ohne Probleme. Leider lässt sich nicht herausfinden, welches Programm oder welches Update verantwortlich ist.

Vor dem kompletten Plattmachen kam mir dann der Einfall, dass man den Rechner auch ohne „unwichtige“ Treiber im abgesicherten Modus mit Netzwerkverbindungen starten kann. Letztere benötigt man ja zum Download der Creative Cloud.

Was soll ich sagen? Jetzt plötzlich konnte ich das Programm ohne den „Errorcode 50“ installieren! Als meine Adobe ID abgefragt wurde, habe ich den abgesicherten Modus beendet und mich nach einem Neustart neu ganz normal eingeloggt. Und auch jetzt läuft die Creative Cloud tatsächlich. Im Moment werden die Programme, die zu meinem Abo gehören, geladen. Bin gespannt, ob das alles klappt. Ich berichte weiter…

Update, 26.04.2015

Die Programme wurden geladen, alles funktioniert. Allerdings muss ich jetzt noch meine ganzen Voreinstellungen wieder in Lightroom einbauen. Aber das geht ja zum Glück durch einfaches Kopieren recht einfach.

Jetzt warte ich mal bis zum nächsten Update. Da wird es sicherlich wieder den „Errorcode 50“ geben. Ich bin mir sicher.

Selfies, oder: „Warst Du eigentlich alleine unterwegs?“

Selfies, oder: „Warst Du eigentlich alleine unterwegs?“

Es gab sie schon immer. Diese neudeutsch-englisch genannten Selfies. Damals nannte man sie Selbstportrait und die Erstellung war manchmal mit etwas Aufwand verbunden, wenn man seine Kamera erst auf ein Stativ stellen und den Ausschnitt festlegen musste. Und wenn der Selbstauslöser (ja – dafür war der da) dann lief, eilte man schnell an den markierten Platz um hoffentlich beim Auslösen auch auf dem Bild zu erscheinen. Das klappte mal gut – mal weniger.

Die „Light“-Variante war dann das sich-selbst-Fotografieren im Spiegel. Und damit man den Kameraschriftzug auch lesen konnte, wurde das Bild unter dem Vergrößerer gekontert. Oder in Lightroom / Photoshop.

Heute hält jedermann/jedefrau einfach das Smartphone vor sein Gesicht – den Ausschnitt kann man dank Backlenses perfekt kontrollieren – und schon geht die Überflutung mit Selbstportraits von den entlegensten Orten los.

Einen Vorteil an dieser Art Fotografie gibt es: früher hat man erzählt, wo man überall mit der Familie im Urlaub war. (Vielleicht erinnern sich noch einige an die langen Diaabende?). Da gab es meistens nur einen, der die Reisen fotografisch dokumentierte. Und der war in der Regel nicht auf den Bildern zu sehen. „Warst Du eigentlich auch mit?“ kam da regelmässig als Frage. Heute fragt man dann „Warst Du eigentlich alleine unterwegs?“