Meine ersten Jahre Stockfotografie (III)

<Teil II
Warten, warten, warten
Die Bilder sind online, jetzt heisst es abwarten. Irgendwann kommen vielleicht die Verkäufe, aber das kann dauern. Mein erster Verkauf kam erst nach vier Monaten. Man muss viel Geduld haben aber dennoch nicht vergessen, sein Portfolio weiter mit Bildern zu füllen. Ich habe inzwischen rund 3.000 Bilder in allen Agenturen zusammen. Nicht viel für drei Jahre Arbeit, aber dabei darf man nicht vergessen, dass ich die Portfolios nicht regelmässig befülle, denn dafür würde ich mehr Zeit aufwenden müssen. Dazu kommen auch noch die Bilder, die von meinen Agenturen in andere Partnerunternehmen zum Verkauf angeboten und eingespielt werden. Alles in allem haben mir die Agenturen im letzten Jahr – also dem ersten richtigen Stockjahr – ca. 400,- EUR eingebracht. Dazu muss ich noch sagen, dass meine Stockfotos derzeit noch sehr wenige Menschenbilder beinhalten und das ist jetzt ein Projekt, das ich demnächst angehen werde. Diese Bilder lassen sich gut verkaufen, denn die Kunden wünschen sich oft frische Gesichter. Was aber auch oft fehlt sind Bilder von aktiven Senioren.
 
Einen Punkt darf man dabei auf keinen Fall vergessen: sobald man seine Bilder bei den Stockagenturen anbietet, erwirtschaftet man Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Und die müssen bei der Einkommensteuererklärung mit angegeben werden. Und hier auch gleich ein wichtiger Rat: für diese Aufgabe einen Steuerberater suchen. Es gibt zu viele Fallstricke, die man selbst gar nicht kennt und plötzlich verlangt das Finanzamt Vorauszahlungen, Gewerbesteuer, usw.
Zumindest sollte man sich in einem Beratungsgespräch einmal Klarheit verschaffen, was auf einen zukommen kann. Natürlich kann man auch direkt beim Finanzamt anfragen, aber da einen adäquaten Ansprechpartner zu finden, der einem alles genau erklären kann, ist sehr schwer. Und auch bei der Anmeldung als freiberuflich tätiger Fotograf sollte man unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen. Zu schnell ist da ein falsches und möglicherweise sehr teures Kreuz gesetzt.

Weitere Hinweise und ein wenig Werbung 😉

Für essentiell halte ich auch die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen. Das klingt vielleicht zunächst etwas merkwürdig, tritt man doch als Konkurrenten auf, aber es hilft ungemein, wenn man hin und wieder auch mal von den Erfahrungen anderer lernt. Auf der Suche nach einer solchen Community (wie ich dieses Wort hasse), bin ich auf das Forum www.foto-talk.de gestossen, das von Thomas Seegers ins Leben gerufen worden ist. Hier tauschen sich Stockfotografen aus und diskutieren über alle Dinge, die für Stockfotografie interessant sind. Natürlich kommen jetzt Stimmen, „Wieso das? Die Bildagenturen betreiben doch teilweise selbst auch Foren!“ Tja, aber wer in den Foren mal etwas genauer mitliest, der wird schnell merken, dass häufig Kritik nicht gerne gesehen wird. Das kann dann auch schon mal zum Ausschluss aus dem Forum führen. Und diesem Umstand wollte Thomas entgegenwirken. Im Forum Foto-Talk.de kann jeder seine Meinung äussern, ohne Angst zu haben, dass man gleich gemassregelt wird – natürlich im Rahmen der Forenregeln. Inzwischen tummeln sich dort auch einige Agenturbetreiber, -besitzer , -inhaber und diskutieren fleissig mit. Das ist ein Geben und Nehmen dort und man befruchtet sich dadurch gegenseitig. Diese Seite ist, um sich über Agenturen zu informieren, quasi Pflicht geworden für jeden, der im Stockmarkt Bilder anbietet. Mich (Username: Teatime) kann man dort auch regelmässig antreffen, zumal ich dort auch zusammen mit Thomas und Michael als Moderator fungiere.
 
Bleibt mir zuletzt noch der Hinweis auf einige Agenturen, in denen ich meine Bilder anbiete. über den Link kann man sich bei Interesse direkt anmelden. Fairerweise möchte ich darauf hinweisen, dass ich bei einigen Agenturen an einem Affilate-Programm teilnehme (das kann übrigens jeder angemeldete User). Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn sich über meinen Link jemand bei einer meiner Agenturen anmeldet. Ihr selbst habt dadurch natürlich keinen Nachteil.
 

4 Replies to “Meine ersten Jahre Stockfotografie (III)”

  1. Danke Ralf für den gut geschriebenen Artikel! Die Form und Dein Schreibstil gefallen mir sehr gut. Und nicht um den heissen Brei herumgeredet.
    Ich denke, ich werde mir Deine Tips zu eigen machen und einen weiteren Versuch starten, bei iStock angenommen zu werden (nachdem der erste frustran scheiterte).

    Gruss!

    M.

  2. Stock Fotografie ist für mich ein Buch, mit 7 Siegeln, oder, doch eher eins das lieber verbrannt werden sollte. Ich für meinen Teil habe es ausprobiert und finde es einfach massiv unterbezahlt. √úberschuss verwerten, ok, aber richtig dafür produzieren… werde ich kein Fan von.

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