Von Tests, Links und Mailanfragen

Dieser Beitrag ist für euch, ihr vielen Verlinker, Versicherungsanbieter, Honig-ums-Maul-schmierer und andere, die hier kostenlose Werbung wollen. Werbung, die meiner Meinung nach oft sehr unseriös klingt und in einigen Fällen sicher auch ist.

Immer wieder erreichen mich Mails, die meine Seiten hier loben, auf meine „vielen Bilder im Blog“ hinweisen oder auf sonst irgendwelche Sachen Bezug nehmen, die hier im Blog angeblich zu finden sind. Im Anschluß daran will man, dass ich auf irgendwelche Produkte aufmerksam mache oder irgendwas verlinke. Ich habe es sogar schon erlebt, dass ich ein zweites Mal angeschrieben wurde, dann aber auch schon in einem etwas frecherem Ton. Also: wenn ich mich nicht melde, habe ich kein Interesse und die Mail gelöscht. Vor allem auch dann, wenn eure Bitte nicht im Geringsten etwas mit dem Thema von schwarzbuntes.de zu tun hat: der Fotografie.

Seriöse Anfragen zu Fotothemen nehme ich gerne entgegen und werde sie auch beantworten. Und wenn ich auch mal irgendwas testen oder ein Buch besprechen soll, mache ich das sehr gerne. Nur seid euch in dem Fall darüber vorab im Klaren, dass ich so schreibe, wie ich es will. Gefällt mir etwas nicht, wird das auch gesagt.

Warum ich das erwähne?
Vor einiger Zeit sollte ich ein Produkt testen. Man bat vorab um die Übersendung des Berichts, was ich abgelehnt habe. Statt dessen kam im Anschluß ein vorgefertigter Text, den ich ohne Änderungen so übernehmen sollte. Ich habe das ebenfalls abgelehnt und auf den Test verzichtet, obwohl es sich eigentlich um ein sehr interessantes Produkt handelte. So kommen wir nicht ins Geschäft.

Rezension: Oliver Gietl – Fotografieren im Studio

Wie arbeitet ein Fotograf im Studio? Was für Technik setze ich ein und wie erarbeite ich meine Lichtführung nach meinen Vorstellungen? Fragen, die sich einem Anfänger (und auch manchem Profi), der gerade mit seinem eigenen Studio beginnt, stellen. Das Buch von Oliver Gietl, selbst Fotograf mit eigenem Studio, führt Schritt für Schritt in die Arbeit in einem Studio ein.

Dem Rundgang durchs Studio, mit Vorstellung der verschiedenen Blitzköpfe, Stative, Aufheller usw. gehört der Beginn des Buches. Der Fotograf erfährt hier, was ein Blitzgenerator ist, wozu Reflexschirme notwendig sind und wie man ohne sinnvolle Planung viel Geld für Geräte ausgeben kann, die man letztendlich nur als Staubfänger in der Ecke stehen hat. Aber auch der Hinweis auf ein Low-Budget-Heimstudio fehlt nicht.

Der zweite Teil befasst sich mit der Planung eines Foto-Shooting, das im Prinzip mit der eigentlichen Arbeit im Studio nicht viel zu tun hat, aber für die Vorarbeiten essentiell wichtig ist. Dieser Abschnitt gehört einfach in ein gutes Lehrbuch über Studiofotografie, denn allzu oft werden vermeintliche Kleinigkeiten vergessen, die anschliessend am Set für Verzögerungen oder im schlimmsten Fall sogar zum Abbruch eines Shootings führen können.

über Lichtskizzen, das erste Mal im Studio, über verschiedene Workshops zu Portrait oder Fashion-Shootings geht Oliver Gietl detailliert auf Probleme ein, gibt Hilfestellung und geizt daneben aber auch nicht mit eingeworfenen kurzen Hinweisen, Informationen und Tipps, die in der Praxis eingesetzt bei der Arbeit zwischen Modell und Fotograf – insbesondere für Anfänger – sehr hilfreich sind.

Dass mit der Studioarbeit ein Foto-Shooting noch nicht beendet ist, wird im letzten Abschnitt klar. Hier geht Oliver Gietl kurz auf die Dateisicherung und Retusche der Aufnahmen ein. über die Portrait-Retusche gibt es inzwischen viele gute Bücher oder Video-Workshops bei YouTube oder anderen, so dass dieser Abschnitt nur kurz angerissen wird. Es reicht aber, um einen ersten Eindruck über diese Schritte zu erhalten. Abgerundet wird das Buch durch eine beigelegte DVD mit einigen ausgewählten Workshops zum Thema People und Portrait. Dort findet man auch Trialversionen von Adobe Photoshop und Lightroom.

Mit Hilfe eines im Buch abgedruckten Zugangscodes kann man ausserdem auf der Webseite www.galileodesign.de das Buch registrieren um dann auf Bonus-Angebote zugreifen zu können. über den Sinn dieses Angebots bin ich mir nicht wirklich im Klaren. Warum soll ich z.B. online ein Buch nach Stichworten durchsuchen, wenn es doch vor mir liegt? Eigentlich hatte ich zunächst gedacht, dass ich dort Beispieldateien und Ergänzungen finde, aber so ist dieser Service dann für mich doch nutzlos. Das ist allerdings auch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann.

Oliver Gietls Buch „Fotografieren im Studio“ ist sehr gut für einen Fotografen, der mehr über die Arbeit im Studio erfahren will oder plant, sein erstes eigenes Studio einzurichten. Es eignet sich durchaus, es beim „ersten Mal“ im Studio griffbereit zu haben, um schnell noch einmal etwas nachzulesen. (Geduldige Modells vorausgesetzt.). Auf alle Fälle für einen Studio-Neuling eine sehr lohnenswerte Anschaffung und vielleicht auch ein Tipp für das Weihnachtsfest.

Ihr findet das Buch unter anderem bei Amazon oder auf der Verlagsseite.

Rezension: Oliver GIETL – Fotografieren im Studio
Galileo Design
Galileo Press, Rheinwerkallee 4
53227 Bonn
ISBN 978-3-8362-1410-0

Hardcover, 229 Seiten (+ 6 Seiten Verlagswerbung), 39,90 €

Rezension: Ein Tag Deutschland

Freitag, 7. Mai 2010. Ein Tag, an den sich sicherlich viele nicht erinnern, weil eigentlich nichts besonderes an diesem Tag passiert ist. Zum Glück, muss man sagen. Denn wäre etwas Besonderes geschehen, dann hätte sich jedes zweite Foto in diesem Buch mit diesem Thema befasst und es wäre vielleicht ein thematisch ziemlich einseitiger Bildband geworden. So ist in dem über 630 Seiten starkem Werk der durchschnittliche Tag in Deutschland dokumentiert, der das Land in all seinen Facetten, Trauer und Leid, Junge und Alte, Norden, Süden Osten und Westen usw. dokumentiert.

Der Fotografenverband Freelens e.V. rief seine Mitglieder zu diesem Projekt auf. Jeder, der Lust hatte, sollte an diesem einen Tag ein Foto machen, das seine persönliche Sicht dieses Tages zeigt. Herausgekommen sind Bilder, die all die Dinge dokumentieren, die an jenem Freitag, dem 7. Mai 2010 vorgekommen sind. Natürlich bedingt durch die gewollte subjektive Sicht der Fotografen (und natürlich Fotografinnen, die selbstverständlich auch immer mit gemeint sind).

Als ich diesen Wälzer in der Hand hielt und die ersten Seiten durchblätterte, traf ich auf eine Deutschlandkarte, auf der jene Orte markiert sind, an denen die vielen Bilder Deutschlands entstanden sind. Als alter Ostfriese habe ich mich dann sogleich dran gemacht, die Bilder meiner Heimatstadt Emden zu suchen. Das ist gar nicht mal so einfach, denn ein Verzeichnis der Orte gibt es nicht. Muss es aber auch nicht. Auf der Suche fand ich immer wieder Fotos, die mich interessiert stoppen liessen. Kurze Texte erzählen von dem Ereignis und immer wieder finden sich auch überraschende Dinge, wie z.B. eine Familie, die mitten in Deutschland auf ihrem Hof wie amerikanische Cowboys lebt.

Und immer wieder fragte ich mich, was der Fotograf wohl aus meiner Heimatstadt abgelichtet hat. Das "Otto-Huus" – magischer Anziehungspunkt für Touristen und gemieden von den Einheimischen? Das Rathaus, dessen Vorgänger im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und dann neu aufgebaut wurde? Oder gar die berühmte Rüstkammer im Museum im Rathaus? Zwischendurch bleibt mein Blick beim ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler hängen, der über den Wolken in Unterlagen blättert. Ausserdem erfahre ich, dass in Pinneberg ein grosser Teil (wenn nicht gar der grösste) der vielen zur Fussball-WM im Wind flatternden Deutschlandfahnen gefertigt wurde.

Auf Seite 366 komme ich dann auch endlich nach Emden. Auf vier Seiten finde ich Bilder vom… tja – warum bin ich nicht selbst drauf gekommen – VW-Werk. Genauer gesagt, der Verladestation am Aussenhafen in Emden. Allerdings bin ich hier auch auf einen für einen echten Emder unverzeihlichen Fehler gestossen: "Mehrere […] stehen in Reih und Glied im Emdener Aussenhafen." Es heisst Emder – und darauf sind wir stolz. 🙂

Bis hierher soll meine kurze Reise durch das Buch gehen. Ich habe kaum ein Thema gefunden, das in diesem Werk nicht behandelt worden ist und ich kann dieses Buch jedem interessiertem nur empfehlen. Ich hoffe, dass diese tolle Aktion nicht nur einmalig bleibt. Gerne hätte ich auch mit meinen Bildern teilgenommen, aber leider konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht. So bleibt mir der Tag Deutschland in Erinnerung, wie ihn die vielen Kolleginnen und Kolegen in ganz Deutschland gesehen haben.

Hinweisen möchte ich noch auf den Blog http://www.fotografr.de wo im Moment eine Verlosung des Buches durchführt. Wer nicht das Glück hat, das Buch dort zu gewinnen, der kann es auch hier bei Amazon bestellen. Weitere Informationen gibt es auch beim dpunkt-Verlag.

"Ein Tag Deutschland", Freelens (Herausgeber) 2010

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten, dpunkt Verlag
ISBN-10: 3898647072
Grösse 25,6 x 21,4 x 5,2 cm

Preis: 49,90 €